Leipzig Science Network

Das Netzwerk des Wissenschaftsstandortes Leipzig

Ministerbesuch im Wissenschaftspark

Am 27.11.2020 trafen sich der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft, Herr Sebastian Gemkow, und die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Beate A. Schücking, gemeinsam mit Vertretern des Leipziger Science Network e.V. (LSN) im Wissenschaftspark Leipzig, um sich zur Exzellenzstrategie des Bundes 2025 auszutauschen. Im Anschluss daran fand eine kurze Besichtigungstour durch die auf dem Gelände ansässigen Wissenschaftseinrichtungen statt, bei der die Gäste über die neuesten Entwicklungen in den einzelnen Instituten informiert wurden, um gemeinsame Forschungsvorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative anzuregen bzw. fortzuführen.


Gedankenaustausch am DBFZ © Joana Klein

Am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) folgte eine Besichtigung des neuen Technikums und der Forschungsbiogasanlage.


Station 1: DBFZ © Joana Klein

Vom DBFZ führte die Tour zum Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS). Am TROPOS wurde das Chemielabor, das Wolkenlabor und eine mobile Messtation der MOSAiC-Expedition besichtigt.


Station 2: TROPOS © Tilo Arnhold

An die Präsentation am TROPOS schloss sich ein Besuch am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) an. Im Visualisierungslabor des UFZ präsentierten die Professoren Mahecha, Peng und Kolditz u.a. das Remote Sensing Centre for Earth System Research.


Station 3: UFZ © Sebastian Wiedling

Die letzte Station der Tour markierte das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM). Am IOM besichtigte die Delegation das Leibniz Joint Lab „Einzelionenimplantation“, welches gemeinsam mit der Abteilung Angewandte Quantensysteme an der Universität Leipzig betrieben wird. Herzstück ist ein modernes hochauflösendes, fokussiertes Ionenstrahlsystem, das einen hochpräzisen Laserinterferometertisch zur genauen und reproduzierbaren Probenpositionierung enthält und zudem mit einer Elektronenstrahl-Ionenquelle zur Erzeugung hochgeladener Ionen ausgestattet ist. Für dieses System wird gegenwärtig ein hochsensitiver Einzelionendetektor entwickelt, mit dem Entwicklung und Erforschung von Quantentechnologien wie Quanten-Sensorik und Quanten-Informationsverarbeitung auf der Basis funktionalisierter Einzelatome ermöglicht werden soll. Die hier im Aufbau befindliche deterministische Ionenimplantation, d.h. die Implantation einer vordefinierten, gezählten Anzahl einzelner Ionen mit einer lateralen Genauigkeit von wenigen Nanometern, ist eine vielversprechende Technik, um die dazu erforderliche Funktionalisierung einzelner Atome in einem Festkörpermaterial zu realisieren.


Station 4: IOM © Yvonne Bohne

Leipziger Wissenschaftseinrichtungen nehmen Stellung

Vor dem Hintergrund einer von der Initiative „Querdenken“ angekündigten Großdemonstration in Leipzig am 7. November 2020 veröffentlichen Leipziger Wissenschaftseinrichtungen folgende gemeinsame Stellungnahme.


Blick über Leipzig, im Vordergrund der Campus Augustusplatz der Universität Leipzig. Quelle: Universität Leipzig/Swen Reichhold.

Die Leipziger Wissenschaftseinrichtungen stehen für offene Diskussionen und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Argumentationen. Im Zuge der Corona-Pandemie sind Forschungsprojekte und -ergebnisse die entscheidende Basis für entschlossenes Handeln. Diskurs und Kritik, gerade zu einzelnen Maßnahmen, sind damit nicht ausgeschlossen, im Gegenteil. Entsprechende Debatten finden statt und sind wichtig für unsere Demokratie.

Falschinformationen, Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien schaden unserer Gesellschaft aber massiv. Sie dürften leider die für den 7. November in Leipzig geplante Demonstration prägen. Nachvollziehbare Sorgen und Nöte werden ausgenutzt, und einige Akteure streben unverkennbar eine Radikalisierung an.

Wir setzen als wissenschaftliche Institutionen gemeinsam darauf, dass die Mehrheit unserer Gesellschaft für solche Tendenzen nicht empfänglich ist. Das „Wissenschaftsbarometer Corona Spezial“ hat gezeigt, dass Forschung und Wissenschaft in Krisenzeiten einen hohen Stellenwert als zuverlässige Informationsquelle einnehmen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass das so bleibt.

Unterzeichner

  • Leipzig Science Network e.V.
  • Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Leipzig
  • HHL Leipzig Graduate School of Management
  • Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB)
  • Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT)
  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK)
  • Universität Leipzig
  • Deutsches Biomasseforschungszentrum (DBFZ)
  • Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW
  • Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ
  • Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL)
  • Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM)
  • Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
  • Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS)
  • Studentenwerk Leipzig

 

„futureSAX ist sowohl für Institute und Hochschulen als auch für die regionalen Firmen wichtig.“

Prof. Dr. André Anders, Direktor Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. im futureSAX-Interview

 

futureSAX: Das Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) wurde 1992 gegründet, um anwendungsorientierte Grundlagenforschung zur Wechselwirkung von Strahlung mit Materie zu betreiben. Prof. Anders, bitte erläutern Sie kurz, welche Forschungsschwerpunkte am Institut verfolgt werden.

Prof. Anders: Zunächst sollte ich erklären, dass die etwas abstrakt klingende Terminologie „Wechselwirkung von Strahlung mit Materie“ recht praktisch zu verstehen ist: Das Institut benutzt Strahlen, und hier meinen wir neben Lichtstrahlen (wie Laser) vor allem Elektronen- und Ionenstrahlen, die auf feste Stoffe gerichtet werden, um diese gezielt für ausgewählte Anwendungen zu verändern.  Oberflächen und oberflächennahe Schichten von Feststoffen spielen in sehr vielen Anwendungen eine Rolle, da ja jeder Körper über seine Oberfläche mit der Umgebung in Verbindung steht.  Unsere Aufgabe besteht also darin, die wichtigen Anwendungsfelder zu bestimmen, um durch unsere Forschung dort den gewünschten Nutzen zu erzielen.  Um auf ihre eigentliche Frage zurückzukommen: Welches sind die Forschungsschwerpunkte?  Wir arbeiten primär in 5 Bereichen an der Herstellung (1) von Ultrapräzisionsoberflächen, also Oberflächen, die eine Genauigkeit bis in den Nanometer- und sogar Sub-Nanometerbereich haben, (2) von dünnen Barriereschichten gegen Wasser, Sauerstoff, und in der Zukunft auch solche, die in der Wasserstoffökonomie gebrauch werden, (3) von Oberflächen, die in der Biomedizin Anwendung finden werden, (4) von porösen Membranfiltern, mit denen man z.B. Trinkwasser besser aufbereiten kann, und (5) von Oberflächen, die in modernen Sensoren zu Einsatz kommen 

futureSAX: Welchen Einfluss hat IOM auf die regionale Innovationskraft und insbesondere den Transfer von der Forschung in die unternehmerische Praxis?

Prof. Anders: Das Leitbild des IOM definiert neben dem Wissensgewinn die Erarbeitung innovativer Entwicklungen und deren nachhaltigen Transfer in die industrielle Anwendung als eine gleichberechtigte Zielgröße für das Institut.  Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der kooperierenden Unternehmen.  In der Tat ist das IOM ein Leibniz-Institut, das sich durch eine in vielen Jahren entwickelte Transferkultur auszeichnet.  Das betrifft sowohl bilateral Kooperationen mit Industriebetrieben als auch die Mitarbeit in Konsortia wie z.B. das Konsortium „Gravomer“, das im Rahmen der regionalen Wir!-Förderung durch das BMBF ins Leben gerufen wurde. Gravomer koordiniert die anwendungsbezogene Entwicklung von intelligenten Funktionen für Oberflächen, wobei hier topologische und chemische Eigenschaften eingeschlossen sind.  Das IOM hat damit regionale und überregionale Bedeutung. 

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Nachhaltiger Transfer ist im Leitbild des Leibniz-Instituts für Oberflächenmodifizierung fest verankert und wird in einer mehrjährig entwickelten Transferkultur gelebt. Prof. Dr. André Anders, Direktor des Leibniz IOM, wird beim Sächsischen Transferforum seine Transfererfahrungen im Rahmen einer Keynote vorstellen. Im Vorab-Interview gibt er Einblicke in die Transferaktivitäten des Instituts.

 

 

futureSAX: Das IOM betreibt aktiven Wissens- und Technologietransfer und blickt auf eine Reihe von Ausgründungen zurück. Geben Sie uns bitte zwei Beispiele für einen erfolgreichen Transfer.

Prof. Anders: Mit den Ausgründungen der Firmen „Trionplas“ und „qCoat“ setzt das IOM seine Serie von erfolgreichen Ausgründungen fort. Seit 1998 wurden bereits fünf Unternehmen ausgegründet. Die Unterstützung von Ausgründungen, die sich am Markt mit innovativen Ideen etablieren wollen, ist Teil der Transferstrategie des IOM und findet im Rahmen der „Leitlinien zur Unterstützung von Mitarbeiterausgründungen“ der Leibniz-Gemeinschaft auch Unterstützung durch das Kuratorium des IOM.  Aber um der Frage nach den zwei Beispielen nachzukommen:

Trionplas Technologies GmbH: Die im Februar 2017 von Mitarbeitern des IOM gegründete Spin-off-Firma entwickelt Prozesse zur Herstellung optischer Elemente und nutzt dabei plasmachemische und ionenstrahlbasierende Prozesse, um Optiken für die Laser- und Halbleiterindustrie zu fertigen. Geschäftsführer des Unternehmens ist Herr Dipl.-Phys. Hendrik Paetzelt.

qCoat GmbH: Nachhaltige und ressourcenschonende Wasserreinigung mittels Membranveredelung ist ein Ziel des im Mai 2019 gegründeten Start-ups. Sauberes Wasser ist ein zunehmend wichtiger Bereich nicht nur in Entwicklungsländern oder in Dürregebieten, sondern auch hier bei uns in Deutschland.  Gründer der qCoat GmbH sind Frau Dr. Agnes Schulze vom IOM sowie die Geschäftsführer und ehemaligen Mitarbeiter des IOM Herr Dr. Alexander Braun und Herr Dr. Karsten Otte.

 

futureSAX: Wie kann Ihrer Meinung nach der Wissens- und Technologietransfer von der Forschung in die Anwendung noch besser unterstützt werden und welche ungenutzten Transferpotenziale sehen Sie in Sachsen?

Prof. Anders: Das bereits erwähnte, vom BMBF geförderte Bündnis „GRAVOMER – Kompetenzregion mikrostrukturierte Funktionsoberflächen“ ist ein ausgezeichnetes Beispiel, wie Kompetenzen, die an einem Institut wie dem IOM entwickelt werden, regionalen Partnern dargestellt und deren Nutzung so erst ermöglicht werden. Hier geht nicht nur um direkten Technologietransfer, sondern um Bündnisse, die auch Anwendungs- und Bildungskompetenzen vermitteln und weiterentwickeln. Gemeinsam verfolgen die Bündnispartner das Ziel, das Kompetenznetzwerk für die anwendungsbezogene Gestaltung von Oberflächen im industriellen Maßstab in der Region zu verankern und dessen regionale und internationale Sichtbarkeit zum Nutzen der Partner zu erhöhen.  Mit anderen Worten, eine gezielte Förderung von Initiativen wie diese, die damit eine bessere Vernetzung von Hochschulen, Instituten, und Firmen, insbesondere KMUs ermöglicht, sorgt für die Ausnutzungen von Transferpotenzialen, die sonst vielleicht gar nicht erkannt werden.  Wenn man dies im Landesmaßstab Sachsen betrachtet, hat futureSAX hier eine wichtige Aufgabe. 

 

futureSAX: Das IOM arbeitet und forscht an Technologieplattformen, deren weitreichendes Anwendungspotential gegebenenfalls noch nicht absehbar ist. Prof. Anders, wie wichtig sind daher ihrer Meinung nach branchenübergreifende Plattformen wie futureSAX für den Wissens- und Technologietransfer?

Prof. Anders: Das IOM hat einerseits langjährige Erfahrung in der industriellen Zusammenarbeit mit etablierten Partnern, andererseits besteht Bedarf seitens der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich zu orientieren, um potenzielle neue Anwendungsfelder ihrer Forschung zu bestimmen.  Oder anders ausgedrückt: Um zu wissen, wo die Anwendungen für ihre „anwendungsorientierte Forschung“ liegen, brauchen wir Forscher Plattformen wie futureSAX:  Sie helfen Forscher und Anwender zusammenzubringen, Wissen und Technologien den potentiellen Anwendern zugänglich zu machen, Wege zu Fördermaßnahmen zu finden, und gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte bis hin zu Pilotanlagen zu ermöglichen.  Eine Plattform wie futureSAX ist damit sowohl für Institute und Hochschulen als auch für die regionalen Firmen wichtig. 

 

futureSAX:  Vielen Dank für das Interview.

Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V.
Das IOM beschäftigt sich mit anwendungsorientierter Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Wechselwirkung von Strahlung mit Materie. Die Kernkompetenzen sind neben der Aufklärung von physikalischen und chemischen Wechselwirkungsprozessen im Wesentlichen die Modifizierung und Entwicklung von ultrapräzisen und funktionalen Oberflächen und dünnen Schichten mittels Ionen-, Elektronen-, Laser- und Plasmatechnologien sowie deren Charakterisierung. Der nachhaltige Transfer von Verfahren und Produkten in wirtschaftsrelevanten und zukunftsweisenden Technologiefeldern ist Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Mehr zum Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. finden Sie hier: www.iom-leipzig.de

 

„Ein wesentliches Format für Technologietransfer ist die Vernetzung im Rahmen der Gremienarbeit.“

futureSAX-Interview mit Prof. Dr. Thomas Neumuth, stellv. Geschäftsführer, Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS)

 

futureSAX: Herr Prof. Neumuth, das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) entwickelt digitale Technologien für zukünftige klinische Anwendungen. Bitte beschreiben Sie kurz die Forschungsschwerpunkte und Kernkompetenzen des ICCAS.

Prof. Dr. Thomas Neumuth: Das ICCAS entwickelt Technologien an der Schnittstelle zwischen Medizintechnik, Medizininformatik und medizinischer Anwendung. Die Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung von Informationssystemen, die den Kontext, in dem sie angewendet werden, kennen und entsprechend das klinische Personal geeignet unterstützen können. Das sind z. B. intelligente Operationssäle, die vorausahnen, was die nächsten Arbeitsschritte der Operierenden sein werden, um technische Systeme beispielsweise zu parametrisieren und Informationen aufzurufen. Das sind aber auch neue Verfahren für nichtinvasive Diagnostik und Therapieformen, die weniger invasiv sind als bisher existierende, konventionelle Therapieformen.

Wir beschäftigen uns zusätzlich mit der Mobilisierung und Virtualisierung von medizintechnischen Systemen. Hier steht das Thema herstellerübergreifender Vernetzung von Geräten im Vordergrund, das wir jetzt seit mehr als zehn Jahren bearbeiten. Hinzu kamen in den letzten Jahren auch Fragestellungen rund um den Einsatz von 5G in der Medizin.

Die Kernkompetenzen des ICCAS sind die Bedarfserhebung mit den Klinikerinnen und Klinikern, das Design der Systeme, der Prototypen sowie Entwicklung und die klinische Evaluation bis hin zur Durchführung von klinischen Studien. Das Ganze wird begleitet durch einen Qualitätsmanagementprozess nach Medizinprodukterichtlinie, d. h. das ICCAS ist auch entsprechend zertifiziert, sodass die Forschungsergebnisse durch die Unternehmen, die in der Wertschöpfungskette nachgelagert sind, direkt übernommen und überführt werden können.

 

futureSAX: Das ICCAS wurde im Jahr 2005 im Rahmen der BMBF-Förderinitiative „Unternehmen Region“ gegründet. Wie gestaltet sich heute die Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Unternehmen?

Prof. Dr. Thomas Neumuth: Das ICCAS hat mittlerweile eine deutlich sichtbare nationale und europäische Ausstrahlung erreicht. Wir arbeiten primär mit Unternehmen im Medizintechnik-Sektor zusammen, die eigentlich bundesweit verstreut sitzen, d. h. auch überregional tätig sind, ihre Produkte aber weltweit vertreiben. Für die Unternehmen sind wir meist als Partner für die Vorentwicklung von neuen Technologien tätig.

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Wenn im smarten OP-Saal der Datenaustausch hersteller- und geräteübergreifend funktioniert, ist das auch ein Verdienst des Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS). Beim Sächsischen Transferforum am 3. November 2020 wird Prof. Dr. Thomas Neumuth, stellv. Geschäftsführer als Mitglied der Paneldiskussion über seine erfolgreichen Transfer-Projekte sprechen. Im futureSAX-Interview gibt er vorab Einblicke die Forschungs- und Transferarbeit des seit 2005 wirkenden Innovationszentrums.

 

 

futureSAX: Herr Prof. Neumuth, welches Verständnis von Transfer hat das ICCAS und welche Formate und Instrumente nutzen Sie hierfür?

Prof. Dr. Thomas Neumuth: Wir haben in den letzten Jahren verschiedene Formate und Instrumente für den Transfer von Technologien entwickelt. Hierzu gehören die Bereitstellung von Laborumgebungen für technische Systeme zur Durchführung herstellerübergreifender Tests, aber auch insbesondere der Zugang zu den klinischen Partner-Einrichtungen und den klinischen Know-how-Tragenden an den Partnerkliniken. Ein weiteres wesentliches Format ist die Vernetzung im Rahmen der Gremienarbeit. Wir sind sehr aktiv in verschieden, auch bundesweiten, Gremien, z. B. in verschiedenen Formaten der einschlägigen Fachgesellschaften oder von beratenden Gremien, z. B. im Experten-Panel der Europäischen Kommission für Medizingeräte. Dies sind alles Netzwerkformate, wo wir natürlich auch entsprechend bundes- und europaweit ausstrahlen und wir auch Themen und Akzente setzen können.

 

futureSAX: Der Transfer von der medizinischen Spitzenforschung in die wirtschaftliche Anwendung ist ein langfristiger Prozess. Welche Erfolge konnten Sie im Transfer in den letzten 15 Jahren schon erzielen?

Prof. Dr. Thomas Neumuth: Die besonderen Erfolge in den vergangenen Jahren sind in vielen Bereichen erreicht worden, z. B. im Bereich der Ausgründung. Eines unserer Unternehmen, die Phacon GmbH, die sich mit dem 3D-Druck von chirurgischen Trainingssystemen beschäftigt, existiert jetzt mittlerweile seit 13 Jahren am Markt. 2007 konnte Phacon den Sächsischen Gründerpreis (damals noch unter dem Namen futureSAX-Businessplan Wettbewerb) gewinnen und hat seitdem eine tolle Entwicklung hingelegt. Wir haben sehr große Beiträge zum Thema Interoperabilität und Vernetzung von Medizingeräten geleistet. Es gab ein großes Projekt mit dem Namen OR.Net, welches, vom BMBF gefördert, alle deutschen Hersteller von chirurgischer Technik an einen Tisch gebracht hat und sich diese Hersteller darauf geeinigt haben, wie eine gemeinsame Sprache entwickelt werden kann, dass die Systeme während der OP Daten austauschen können. Wir waren in diesem Projekt der Hauptdemonstratorstandort für den intelligenten OP-Saal. Als neueste Aktivität sind wir eines der Gründungsmitglieder der 5G Health Association, die sich um die Anwendung von 5G-Technologien im Gesundheitswesen der Zukunft kümmern wird.

 

futureSAX: Herr Prof. Neumuth, das ICCAS forscht und arbeitet an der Schnittstelle von Medizin, Ingenieurswissenschaften sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach branchenübergreifende Plattformen wie futrueSAX für den Wissens- und Technologietransfer?

Prof. Dr. Thomas Neumuth: Branchenübergreifende Plattformen haben aus meiner Sicht als wesentliche Funktion, den Transfer von Know-how zwischen den Branchen zu unterstützen. Viele Einzeltechnologien, viele Funktionen, viele Ansätze zur Problemlösung existieren meist bereits in anderen Branchen. Aufgabe dieser branchenübergreifenden Plattformen ist es, zu schauen, ob diese Problemlösung, diese Ansätze, diese Technologien übertragen werden können, bspw. aus der Luft- und Raumfahrt in die Medizintechnik hinein oder aus der Medizintechnik in die Automobilindustrie, denn oftmals ähneln sich die grundsätzlichen technischen Probleme in den Bereichen stark.

 

futureSAX: Vielen Dank für das Interview.

 

Universität Leipzig
Seit sechs Jahrhunderten bereichert die Universität das geistige und kulturelle Leben der Stadt Leipzig. 1409 gegründet ist sie mit ununterbrochenem Lehr- und Forschungsbetrieb die zweit älteste Universität in Deutschland. Heute strebt die Universität Leipzig als traditionsreiche und zugleich moderne Volluniversität einen führenden Platz unter den deutschen Universitäten an. Die 14 Fakultäten mit ihren 150 Instituten setzen auf fächer- und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Als Volluniversität verfügt die Universität Leipzig über ein breites Forschungsspektrum in den Lebenswissenschaften, den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Naturwissenschaften. Sie betreibt interdisziplinär Grundlagen- und angewandte Forschung und hat sich zu einem Wissens- und Technologietransferpartner auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene entwickelt. Besondere Stärken liegen in den Bereichen Globale Interaktion, Biomedizin, Intelligente Materialien, Biotechnologie, Mathematische Wissenschaften und Biodiversität. Mehr zum Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) erfahren Sie hier: – www.iccas.de

 

„Transfer ist kein Selbstläufer"

futureSAX-Transfer-Interview mit Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer der Universität Leipzig

 

futureSAX: Die Universität Leipzig blickt auf eine über 600-jährige Tradition zurück und ist damit die zweitälteste Universität Deutschlands. Heute wird an 14 Fakultäten und über 130 Instituten in nahezu allen Wissenschaftsbereichen gelehrt und geforscht. Prof. Lenk, welche Forschungsfelder sind für die Universität Leipzig zukünftig besonders wichtig?

Prof. Dr. Lenk: Die Fächervielfalt an der Uni Leipzig, von Afrikanistik bis Zahnmedizin, ist tatsächlich eine Besonderheit und nicht nur in Sachsen ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Das allein würde die Stärke des Wissenschaftsstandortes aber sicherlich nur unzureichend beschreiben: Der eigentliche Mehrwert entsteht gerade durch die Überschreitung von Fächergrenzen.

Der Erfolg dieser Form der einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit ist charakteristisch für die drei strategischen Forschungsfelder der Uni Leipzig: Intelligente Methoden und Materialien, Nachhaltige Grundlagen für Leben und Gesundheit und Veränderte Ordnungen in einer globalisierten Welt. Hieraus haben sich wiederum drei übergeordnete Themen entwickelt: Biodiversität, Zivilisationskrankheiten und Globalisierungen. Dabei sind Geistes- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften sowie Medizin und Naturwissenschaften in inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit jeweils zu etwa gleichen Teilen mit eingebunden, um Grundlagen- und angewandte Forschung sowie deren Transfer in die Gesellschaft voranzubringen.

 

futureSAX: Im Hochschulentwicklungsplan und der Transferstrategie der Universität Leipzig wird vom „Leipziger Weg“ gesprochen. Was zeichnet diesen Weg aus?

Prof. Dr. Lenk: Der Leipziger Weg beschreibt die wichtigsten Parameter der dynamischen Entwicklungsplanung und Weiterentwicklung erfolgreicher Forschungsthemen an der Uni Leipzig. Auch er setzt auf Interdisziplinarität und Verbundbildung. Die wichtigsten Phasen dieses Weges sind Emergenz, also die Identifikation und Förderung ganz neuer Forschungsfelder, Profilierung und Aggregation, also die thematische Festigung und gezielte Zusammenführung emergenter Felder als Nukleus zur Einwerbung von Verbundprojekten, und schließlich Synthese, also der Aufbau international sichtbarer und konkurrenzfähiger, integrativer Zentren.

Natürlich wird nicht jedes Emerging Field diese letzte Ausbaustufe erreichen. Deshalb ist der Leipziger Weg als Zyklus konzipiert, bei dem zu jedem Zeitpunkt ein neuer Zyklus losgetreten werden kann. Jede Phase des Prozesses kann also gleichzeitig Ausgangspunkt neuer, wissenschaftlicher Fragestellungen und Wachstumskerne sein, sodass Vielfalt erhalten bleibt und ausgebaut wird und eine Vielfalt thematischer und methodischer Ansätze entsteht, aus der auch die großen Forschungsverbünde wieder schöpfen können.

Was möglicherweise klingt wie die Beschreibung eines theoretischen Ideals funktioniert hier in Leipzig tatsächlich bereits sehr gut!

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Mit der über 600-jährigen Geschichte ist die Universität Leipzig der zentrale Akteur der Wissenschaftsregion Leipzig und als Gastgeberin bestens geeignet, um erfolgreiche Best Practice Beispielen des sächsischen Wissens- und Technologietransfers kennenzulernen. Im Vorab-Interview mit Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer sprachen wir über den „Leipziger Weg“. (Foto: Christian Hueller)

 

 

futureSAX: Prof. Lenk, unter dem Begriff „Third Mission“ rückt der Austausch und Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft immer stärker in den Fokus von Hochschulen. Welches Verständnis von Transfer verfolgt die Universität Leipzig?

Prof. Dr. Lenk: Als Transfer bezeichnen wir den dialogischen Austausch zwischen Universität und Gesellschaft, insbesondere zwischen Universität und Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft, wobei beide Seiten gleichermaßen profitieren sollen. Der Transfer kann sich dabei über Formate und Wege vollziehen, etwa in Form gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit, über Formate der wissenschaftlichen Weiterbildung, Politikberatungen oder die öffentliche Wissens- und Wissenschaftskommunikation.

Ob dieser Fokus für die Hochschulen tatsächlich so neu ist, weiß ich gar nicht. Das Selbstverständnis der Uni Leipzig als Wegbereiterin, Impulsgeberin und Gestalterin regionaler und globalisierter Wissensgesellschaften würde ich jedenfalls nicht als neu bezeichnen wollen.

Neu sind aber sicherlich die deutlichen Impulse, die die Hochschulen durch ein wachsendes, öffentliches Interesse, gesteigerte Erwartungen und die gesteigerte Bereitschaft der Politik zur Unterstützung dieser Themen erfahren.

 

futureSAX: Welche Instrumente zur Stärkung des Transfers haben Sie bereits erfolgreich etabliert?

Prof. Dr. Lenk: Transfer ist natürlich nach wie vor kein Selbstläufer. Deshalb braucht es handlungsfähige Strukturen und Instrumente, um ihn zu steuern und erfolgreich zu machen. Die Instrumente sind dabei so vielfältig, wie die Formen und Wege des Transfers selbst. Ich will beispielhaft dennoch einige nennen:

Als echtes Erfolgsbeispiel kann sicher unsere Gründerinitiative SMILE gelten, die seit 2006 mehr als 500 Gründungen begleitet und damit an der Entstehung von über 1000 Arbeitsplätzen mitgewirkt hat. Um die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern der Universität und außeruniversitären Einrichtungen zu fördern, betreiben wir die Programme Wissenschaft trifft Wirtschaft und Wissenschaft trifft Gesellschaft, über die Mehrkosten der Universität im Zusammenhang solcher Zusammenarbeiten mit bis zu 15.000 Euro pro Projekt gefördert werden können. Und um den Transfergedanken weiter zu kultivieren und die große Wertschätzung für entsprechende Leistungen deutlich zum Ausdruck zu bringen, vergeben wir in diesem Jahr auch erstmals einen Transferpreis, mit dem die Uni herausragende Leistungen ihrer Angehörigen im Wissens- und Technologietransfer auszeichnet.

 

futureSAX: Die sächsische Unternehmenslandschaft ist geprägt von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die oft über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung verfügen. Welche Angebote und Formate bietet die Universität Leipzig an, um diesen Unternehmen einen niedrigschwelligen Einstieg zu ermöglichen?

Prof. Dr. Lenk: Das ist sicherlich richtig, auch große Unternehmen, die mal eben eine Professur stiften oder gleich ein ganzes Institut mitfinanzieren, sind hier rar. Wir sind als Uni Leipzig deshalb gerade auch auf die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen sehr gut eingestellt: Das bereits erwähnte Programm Wissenschaft triff Wirtschaft ist hier ein Beispiel. Und auch sonst versuchen wir unsere Ansprechbarkeit und Kooperationsfähigkeit in ganz unterschiedliche Richtungen zu erhöhen. So gibt es neben unserem zentralen Sachgebiet für Transfer aktuell drei Transferassistentinnen, bei SMILE, bei unserem Research Center for Sustainable and Smart Infrastructure (RCI) und bei nutriCARD, die direkt mit unseren besonders anwendungsorientierten Wissenschaftlern zusammenarbeiten und aktiv den Kontakt zu KMU suchen, Forschungskontakte vermitteln oder die Entwicklung gemeinsamer Antragsvorhaben begleiten.

 

futureSAX: Die Universität Leipzig, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Friedrich-Schiller-Universität Jena haben sich 1995 Mitteldeutschen Universitätsbund zusammengeschlossen. Welche Erfolge auch im Bereich des Transfers hat diese Zusammenarbeit bisher gezeitigt?

Prof. Dr. Lenk: Diese Zusammenarbeit lag im Wortsinne nahe; sie hat für uns natürlich eine ganz besondere Bedeutung und erstreckt sich über ganz unterschiedliche Bereiche – wobei der Transfer mittlerweile ganz ausdrücklich mit dazugehört. Als Erfolge können hier sicher der „International Startup Campus“, das Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCard) und insbesondere das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) gelten, wo wir mit den Universitäten in Halle und Jena sehr erfolgreich kooperieren.

 

futureSAX: Was war Ihr Beweggrund, Teil des Sächsischen Transfer-Netzwerkes zu werden, und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Prof. Dr. Lenk: Extrem wichtig! Durch die Netzwerkarbeit knüpfen wir wichtige Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern, haben Zugang zu wertvollen Instrumenten zur effizienten Gestaltung von Innovationsprozessen und stehen gleichzeitig im engen Austausch mit politischen Entscheidern. Die Vermutung, dass das so sein würde, war der Grund Teil von futureSAX zu werden, die Tatsache, dass wir mit dieser Vermutung richtig lagen, der Grund, es weiterhin sehr gerne zu bleiben. Die Zusammenarbeit zwischen futureSAX und der Uni Leipzig werte ich als echte Erfolgsgeschichte und bin deshalb froh, dass diese Erfolgsgeschichte im Rahmen des ersten Sächsischen Transferforums in Leipzig auch sichtbar wird.

Universität Leipzig
Seit sechs Jahrhunderten bereichert die Universität das geistige und kulturelle Leben der Stadt Leipzig. 1409 gegründet ist sie mit ununterbrochenem Lehr- und Forschungsbetrieb die zweit älteste Universität in Deutschland. Heute strebt die Universität Leipzig als traditionsreiche und zugleich moderne Volluniversität einen führenden Platz unter den deutschen Universitäten an. Die 14 Fakultäten mit ihren 150 Instituten setzen auf fächer- und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Als Volluniversität verfügt die Universität Leipzig über ein breites Forschungsspektrum in den Lebenswissenschaften, den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Naturwissenschaften. Sie betreibt interdisziplinär Grundlagen- und angewandte Forschung und hat sich zu einem Wissens- und Technologietransferpartner auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene entwickelt. Besondere Stärken liegen in den Bereichen Globale Interaktion, Biomedizin, Intelligente Materialien, Biotechnologie, Mathematische Wissenschaften und Biodiversität. – www.uni-leipzig.de

 

TransfERleben in Leipzig

Das zentrale Impulsevent und Austauschformat für die gesamte sächsische Transfer-Community

3. November 2020

Universität Leipzig, Neues Augusteum 13:30 – 19:30

 

In Kooperation mit dem Leipzig Science Network lädt futureSAX dazu ein, am 3. November 2020 die Wissenschaftsregion Leipzig zu entdecken. Nutzen Sie Möglichkeit, sich zu Best-Practice-Beispielen im Wissens- und Technologietransfer und engagierter Wissenschaft zu informieren und erhalten Sie neue Impulse rund um das Thema TransfERleben in Leipzig.

Das Sächsisches Transferforum - TransfERLeben in Leipzig öffnet einen Raum, um den Austausch zu Best Practice Beispielen des sächsischen Wissens- und Technologietransfers effektiv zu ermöglichen und die Wissenschaftsregion Leipzig kennenzulernen. Es bietet der sächsischen Transfer-Community die Möglichkeit, von diesen Beispielen zu lernen und sich über neue Instrumente, Methoden und Projekte des Transfers zu informieren. Auf dem Transferforum erhalten Transferakteure und Multiplikatoren aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Impulse und bauen ihre persönlichen Netzwerke aus.

In der Wissenschaftsregion Leipzig ist mit der Universität Leipzig – der zweitältesten Universität Deutschlands – Forschung und Lehre seit über 600 Jahren fest etabliert. Leipzig ist gekennzeichnet durch eine einmalige starke Vernetzung von Geistes-, Natur- und Ingenieurswissenschaften. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Wissenschaftseinrichtungen und Transferakteure erfolgen nicht nur exzellente und international anerkannte Forschung und Lehre, sondern auch die innovations- und transferorientierte Zusammenarbeit mit dem regionalen Mittelstand.

Neben spannenden Impulsvorträgen und Diskussionsrunden finden vier Workshops statt, die sich an Transfer-Community aus Wissenschaft und Wirtschaft, interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Multiplikatoren richtet. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine begleitende Ausstellung.

Sie sind im Transfer aktiv oder interessieren sich für das Thema und suchen den Austausch mit Transferakteuren? Dann melden Sie sich zum Transferforum an! Weitere Informationen unter: https://www.futuresax.de/events/veranstaltung/saechsisches-transferforum-transferleben-in-leipzig

 

futureSAX
futureSAX ist der zentrale Ansprechpartner im Gründer- und Innovationsökosystem Sachsen mit dem Ziel, die Innovationsakteure und das Innovationsland sichtbar zu machen. Durch vielfältige Maßnahmen setzt futureSAX Wachstumsimpulse für zukunfstfähige Innovationen, vernetzt branchenübergreifend Innovatoren aus Wirtschaft und Wissenschaft und erhöht die Effizienz von Innvationsprozessen. – www.futuresax.de

 

Außerakademische Karrierewege

Coffee Conversation(s) mit Einblicken von Insidern starten wieder ab 10. Juni

Promotion – und dann? Wissenschaft – ja oder nein? Wie fühlt sich der Einstieg in die Privatwirtschaft an? Nach der Promotion stehen vielfältige Berufswege und Karriereoptionen offen – innerhalb und außerhalb des Umfeldes Hochschule. Die Veranstaltungsreihe „Coffee Conversation(s)“ wird im kommenden Monat neu aufgelegt, um diese zu beleuchten. Die erste Ausgabe des Formats findet am 10. Juni statt (wahrscheinlich als Online-Konferenz). „Unser Anliegen ist es, für promovierende und promovierte Wissenschaftler außerakademische Wege aufzuzeigen“, sagt Nicole Koburger, Referentin Akademische Personalentwicklung an unserer Universität, die die Neuauflage gemeinsam mit dem Leipzig Science Network und der Initiative TalentTransfer unseres Career Service veranstaltet.

»Wir haben als Hochschule auch einen Auftrag, außerakademische Wege aufzuzeigen ...«


Nicole Koburger. Foto: Swen Reichhold

„Wir haben als Hochschule auch einen Auftrag, diese außerakademischen Wege aufzuzeigen, da ganz klar nicht für alle Promovierten und Habilitierten eine spätere Lebenszeitprofessur zur Verfügung steht. Das heißt, der klassische wissenschaftliche Weg kann und wird schlicht nicht für alle ein sicheres Ziel haben“, fährt Koburger fort. Zwar seien befristete Beschäftigungen unter bestimmten Bedingungen auch ein Leben lang möglich, aber die Wenigsten auf dem wissenschaftlichen Karriereweg verfolgten dieses Ziel.

In jede „Coffee Convarsation“ wird ein promovierter Gast eingeladen, um „aus dem Nähkästchen“ über seine Tätigkeit außerhalb der Wissenschaft – und den Weg dorthin – zu plaudern. Erster Gesprächspartner ist Markus Streicher, der als Development Engineer in der ST Sportservice GmbH arbeitet. Die Teilnehmer der Veranstaltung erhalten nach einem anfänglichen Bericht in lockerer Runde die Möglichkeit zum direkten Erfahrungsaustausch mit ihm. Weitere Veranstaltungen sind für September sowie Januar und anschließend quartalsweise geplant.

Zur Veranstaltungsseite geht es hier.

Dt. Science Slam Meisterschaft 2019

Am 21. November 2019 fand die Deutsche Science Slam Meisterschaft 2019 im WERK II in Leipzig statt. Als Netzwerkverein der Leipziger Wissenschaftslandschaft hat das Leipzig Science Network die Veranstaltung des LUUPS-Verlages unterstützt. Ein Science Slam bietet jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Theatern, Clubs oder Kneipen eine Bühne, um innerhalb von 10 Minuten die eigene wissenschaftliche Arbeit auf originelle, unterhaltsame und verständliche Art zu präsentieren. Mit ihrer Geschichte von Paul und seinem „Diät-Gerät“ konnte Maxi Frei die Jury (das Publikum) in Leipzig überzeugen: Ihr Vortrag über die Energiegewinnung aus dem eigenen Körper mittels Brennstoffzelle erhielt die meisten Stimmen (den größten Applaus). Das Leipzig Science Network gratuliert Maxi Frei ganz herzlich zur Meisterschaft.

Das Video zum besten Vortrag finden Sie hier.

Einen Beitrag des SWR2 finden Sie hier.

Maxi Frei gewinnt die deutsche Science Slam Meisterschaft 2019 Foto: Viktoria Conzelmann

LEIPZIGSTIFTUNG fördert Internationalisierung

Die LEIPZIGSTIFTUNG fördert die Internationalisierung des Wissenschaftsstandortes Leipzig im Jahr 2019. Die Förderung kommt dem Projekt „Willkommen in Leipzig“ unseres Vereins zugute. Für den Juni ist ein Netzwerktreffen der internationalen Gastwissenschaftler und Mitarbeiter samt Bildungskonzert in der Alten Börse geplant. Im November sollen die interkulturellen Kompetenzen der Ansprechpartner in den Wissenschaftseinrichtungen geschult werden. Neben weiteren Netzwerkveranstaltungen im Laufe des Jahres soll mit der Förderung auch die administrative Kapazität am Standort erhöht werden.

Das Projekt „Willkommen in Leipzig“ wurde im Jahr 2014 gemeinsam durch die Universität Leipzig und die Stadt Leipzig ins Leben gerufen.

Die LEIPZIGSTIFTUNG ist eine Sammelstiftung aus 144 alten Leipziger Stiftungen. Diese wurden 1949 zunächst zu zehn Stiftungen und 1951 dann zu einer örtlichen Sammelstiftung zusammengefasst. 1992 beschloss der Stadtrat Leipzig die noch bestehende „Sammelstiftung der Stadt Leipzig“ in die Bürgerstiftung Leipzig zu überführen. Die Bürgerstiftung Leipzig war als Rechtsnachfolgerin der Sammelstiftung eine der Stiftungen, die über die DDR hinaus besteht und an der sich Stiftungsarbeit in der DDR aufzeigen lässt. Mit einer Satzungsänderung erfolgte 2015 die Umbenennung zur LEIPZIGSTIFTUNG.

Die LEIPZIGSTIFTUNG ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Satzungsmäßig wird der Stiftungszweck insbesondere durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, des Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutzes, der Jugend- und Altenhilfe sowie des Wohlfahrtswesens verwirklicht.

Vereinsgründung

Vereinsgründung: Leipzig Science Network strebt strategische Zusammenarbeit im Leipziger Wissenschaftsbetrieb an

Der Wandel der Rahmenbedingungen für die öffentliche Wissenschaftsfinanzierung, der Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte, die wissenschaftliche Sichtbarkeit sowie zukünftige Drittmittelförderungen sorgen für neue Herausforderungen im Wissenschaftsbetrieb. Mit der Vereinsgründung des Leipzig Science Network (LSN) haben Vertreter verschiedener Leipziger Institutionen am 17. April 2018 den Aufbau eines nachhaltigen Wissenschaftsnetzwerkes für den Standort Leipzig initiiert. Gemeinsam sollen die vielfältigen administrativen Aufgaben des Wissenschaftsbetriebs zukünftig besser koordiniert und strategisch ausgebaut werden.

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Ausfall: LNdW Leipzig 2020

2020 wird es keine Lange Nacht der Wissenschaften in Leipzig geben

Die für den 10. Juli 2020 geplante größte gemeinsame Veranstaltung aller Leipziger Wissenschaftseinrichtungen kann wegen der Beschränkungen, die das Corona-Virus allen auferlegt, nicht weiter vorbereitet werden und wird verlegt.

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